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Hallo ihr Lieben,
erst liegt da eine. Dann kommen zwei dazu. Und plötzlich hat sich auf der Küchenzeile eine kleine grüne Großfamilie versammelt. Zucchini können im Sommer erstaunlich schnell vom Gartenglück zur echten Organisationsaufgabe werden. Wer selbst anbaut oder jemanden mit sehr spendablen Pflanzen kennt, weiß genau, wovon wir sprechen.
Zum Glück ist die Zucchini eine ziemlich unkomplizierte Mitbewohnerin. Sie kann knusprig, cremig, saftig, würzig und sogar süß. Wir zeigen euch, woran ihr gute Exemplare erkennt, welche Zubereitungsart zu welcher Größe passt und wie ihr eine üppige Ernte sinnvoll verarbeitet, bevor die nächste Zucchini vor der Tür liegt.
Kleine Zucchinikunde
Eigentlich gehört die Zucchini zur Familie der Kürbisgewächse und zählt zu den Sommerkürbissen. Neben den bekannten dunkelgrünen Exemplaren gibt es hellgrüne, gelbe, gestreifte und sogar kugelrunde Sorten.
Ihre heimische Saison reicht ungefähr von Anfang Juni bis Ende Oktober. Besonders reichlich kommen regionale Zucchini im Juli und August auf den Markt. Außerhalb dieser Zeit sind sie zwar fast das ganze Jahr über erhältlich, stammen aber häufig aus dem geschützten Anbau oder aus dem Ausland.
Die Schale könnt ihr problemlos mitessen. Gründliches Waschen reicht vollkommen aus. Sie bringt Farbe mit, liefert Ballaststoffe und hilft der Zucchini dabei, beim Garen ihre Form zu behalten. Sogar die großen gelben Blüten sind essbar. Sie werden häufig gefüllt oder in Teig ausgebacken. Vor der Zubereitung wird lediglich der feste Stempel im Inneren entfernt.

Klein und zart oder groß und stattlich?
Das Praktische an Zucchini ist: Ein zu früh geerntet und damit unreif gibt es bei ihnen nicht. Kleine bis mittelgroße Früchte haben meist eine zartere Schale, feines Fruchtfleisch und kaum entwickelte Kerne. Sie eignen sich besonders gut zum Rohessen, Grillen, Braten und für feine Gemüsestreifen.
Das heißt jetzt aber nicht, dass große Zucchini direkt schlechter sind. Mit zunehmender Reife können Schale und Kerne allerdings fester werden, während das Innere trockener, faseriger oder schwammiger wirkt. Halbiert solche Exemplare längs und prüft die Mitte. Große, harte Kerne und weiches Kerngewebe lassen sich mit einem Löffel entfernen. Ist die Schale unangenehm fest, darf sie ebenfalls ab. Danach bleiben immer noch reichlich Fruchtfleisch für Suppen, Saucen, Füllungen, Puffer oder Kuchen übrig.
So erkennen wir aromatische Zucchini
Eine gute Zucchini fühlt sich fest und für ihre Größe eher schwer an. Die Schale sollte glatt, unverletzt und frei von weichen Druckstellen sein. Kleine Kratzer sind meist nur Schönheitsfehler. Feuchte, eingesunkene oder matschige Stellen zeigen dagegen, dass das Gemüse bald verarbeitet werden sollte.
Bei selbst geernteten Früchten lohnt sich ein regelmäßiger Rundgang durch den Garten. Zucchini wachsen bei warmem Wetter sehr schnell. Werden sie jung geerntet, bleiben Schale, Kerne und Fruchtfleisch besonders fein.
Funfact: Unter guten Bedingungen können Zucchini bis zu 5 cm pro Tag wachsen.
Der wichtigste Küchentipp: Erst kosten, dann kochen
Bevor eine selbst angebaute Zucchini in Pfanne, Kuchen oder Auflauf wandert, schneidet ein kleines Stück ab und probiert vorsichtig. Schmeckt es ungewöhnlich oder deutlich bitter, sofort ausspucken und die gesamte Frucht entsorgen.
Für die Bitterkeit können Cucurbitacine verantwortlich sein. Diese natürlichen Giftstoffe kommen in modernen Speisesorten normalerweise kaum noch vor, können aber vor allem bei selbst gezogenen Pflanzen auftreten. Besonders vorsichtig solltet ihr sein, wenn auch das Saatgut aus der eigenen Ernte verwendet wurde. Wichtig: Kochen, Braten, Backen oder Einkochen zerstört die Bitterstoffe nicht. Auch ein bereits zubereitetes Gericht muss bei auffälliger Bitterkeit vollständig entsorgt werden.
Zucchini richtig lagern
Zucchini mögen es kühl und trocken, aber nicht eiskalt. Temperaturen unter etwa acht Grad Celsius vertragen sie auf Dauer weniger gut. Ein kühler Vorratsraum ist daher ideal. Im Sommer bleibt häufig trotzdem nur das Gemüsefach des Kühlschranks. Dort sollten die Früchte locker und möglichst druckfrei liegen und zeitnah verarbeitet werden.
Lagert sie außerdem nicht direkt neben Äpfeln, Tomaten oder anderem nachreifenden Obst und Gemüse. Deren Reifegase können die Haltbarkeit beeinflussen. Unversehrte, frisch geerntete Zucchini können unter geeigneten Bedingungen bis zu etwa zwei Wochen halten. Am aromatischsten und knackigsten sind sie jedoch, wenn ihr sie direkt verarbeitet.
Eine Zucchini, viele Möglichkeiten
Roh und knackig
Junge Zucchini können roh gegessen werden. In sehr dünnen Scheiben, feinen Stiften oder breiten Bändern bringen sie Frische in Salate und Bowls. Da ihr Eigengeschmack mild ist, vertragen sie kräftige Begleiter wie Zitronensaft, Essig, Parmesan, geröstete Nüsse, Kräuter oder würzige Dressings.
Lasst rohe Zucchini nach dem Vermengen nicht unnötig lange stehen. Salz und Säure ziehen Wasser aus dem Gewebe und sie verlieren ihre Knackigkeit.
Heiß aus der Pfanne
Für goldbraune Zucchini braucht es vor allem Hitze und Platz. Tupft die Stücke trocken und gebt nicht zu viel auf einmal in die Pfanne. Liegen die Scheiben eng übereinander, tritt Wasser aus und das Gemüse dünstet eher, als dass es brät.
Salzt am besten erst kurz vor dem Braten oder beim Abschmecken. So bleibt weniger Zeit, in der das Salz Wasser aus dem Fruchtfleisch ziehen kann. Dickere Scheiben, Stifte und Würfel entwickeln in einer heißen Pfanne besonders schöne Röststellen.
Ab aufs Blech
Auf dem Backblech lassen sich große Mengen besonders entspannt verarbeiten. Schneidet die Zucchini in gleich große Stücke und verteilt sie mit etwas Abstand. Bei zu dicht belegten Blechen sammelt sich Dampf und das Gemüse bleibt eher weich.
Scheiben und Stifte eignen sich als Ofengemüse, während längs halbierte Früchte wunderbar gefüllt werden können.
Auf den Grill
Für den Grill schneiden wir Zucchini lieber längs in Platten oder in kräftige schräge Scheiben. So rutschen sie nicht so leicht durch den Rost. Etwas Öl verhindert das Ankleben. Säurehaltige Marinaden und frische Kräuter geben wir gern erst nach dem Grillen dazu, damit deren Aromen frisch bleiben.
Geraspelt
Geraspelte Zucchini verschwindet fast unbemerkt in Puffern, Bratlingen, Füllungen, Quiches, Hackmassen und herzhaftem Gebäck. Für knusprige Ergebnisse könnt ihr die Raspel vorher leicht salzen und anschließend gründlich ausgedrücken.
In Kuchen hingegen sorgt die enthaltene Feuchtigkeit oft für einen besonders saftigen Teig – da also am besten die Feuchtigkeit nicht ausdrücken.
Als Zoodles und feine Bänder
Aus festen, möglichst geraden Zucchini lassen sich Spiralen, Spaghetti oder breite Gemüsebänder schneiden. Sie können roh mariniert, kurz gedämpft oder wenige Minuten in der Pfanne geschwenkt werden.
Langes Garen bekommt ihnen weniger gut. Die feinen Streifen verlieren schnell Wasser und werden weich. Deshalb lieber Sauce und übrige Zutaten zuerst zubereiten und die Zucchini erst zum Schluss dazugeben.
Cremig püriert
Große, etwas weichere oder optisch weniger perfekte Exemplare sind ideal für Suppen und Saucen. Ihr milder Geschmack bildet eine gute Basis für Knoblauch, Zitrone, Curry, frische Kräuter oder Käse. Pürierte Zucchini kann außerdem Gemüsegerichte binden und cremiger wirken lassen, ohne geschmacklich alles zu überdecken.
So bekommt ihr große Mengen clever verarbeitet
Bei einer großen Ernte hilft es, nicht jede Zucchini einzeln zu verplanen. Wir sortieren lieber zuerst nach Größe und Beschaffenheit.
Die kleinen, festen Exemplare bleiben für Salate, Grill und Pfanne ganz. Mittelgroße Zucchini werden in Scheiben, Würfel oder Spiralen geschnitten. Sehr große Früchte werden geraspelt oder püriert.
Danach portionieren wir direkt nach Verwendungszweck: Raspel für Gebäck und Puffer, Würfel für Suppen und Saucen, Scheiben für Aufläufe. Beschriftet Behälter und Gefrierbeutel immer mit Inhalt, Menge und Datum. So wird aus der grünen Schwemme ein Vorrat, der später tatsächlich verwendet wird.
Zucchini einfrieren: möglich, aber nicht mehr knackig
Durch ihren hohen Wassergehalt werden Zucchini nach dem Auftauen deutlich weicher. Das ist kein Qualitätsfehler, sondern eine Folge des Gefrierens: Eiskristalle beschädigen die Zellstruktur, sodass beim Auftauen Flüssigkeit austritt. Für knackige Salate sind gefrorene Zucchini daher ungeeignet. In Suppen, Saucen, Aufläufen, Pfannengerichten oder Gebäck funktionieren sie aber noch sehr gut.
Ob in Scheiben, gewürfelt oder geraspelt – Zucchini am besten vorher etwa drei Minuten in kochendem Wasser blanchieren, anschließend sofort in Eiswasser abkühlen und gründlich abtropfen lassen. Danach können ihr sie portionsweise einfrieren.
Auch fertige Zucchinisuppe, pürierte Saucen oder bereits gegarte Gemüsepfannen eignen sich gut für den Tiefkühler.
Im Tiefkühler sind sie bis zu einem Jahr haltbar.
Sauer macht (etwas) länger glücklich
Zucchini lassen sich ähnlich wie Gurken süß-sauer einlegen. Essig, Salz und Gewürze geben den eher geschmacklich langweiligeren Früchten ordentlich Charakter. Schnell eingelegte Zucchini gehören in den Kühlschrank und sind kein haltbarer Vorrat für das Küchenregal.
Auch mit Öl übergossene Zucchini-Antipasti werden durch das Öl allein nicht ewig haltbar. Sie gehören direkt in den Kühlschrank und sollten zeitnah gegessen werden.
Trocknen: viel Zucchini auf wenig Raum
Beim Dörren verliert die Zucchini einen Großteil ihres Wassers und schrumpft auf ein erstaunlich kleines Format. Schneidet sie dafür in sehr dünne, gleichmäßige Scheiben und trocknet sie im Dörrautomaten oder im Backofen auf niedriger Temperatur, bis keine weichen oder feuchten Stellen mehr vorhanden sind. Je dünner die Scheiben, desto gleichmäßiger und knuspriger wird das Ergebnis.
Vollständig ausgekühlte, wirklich trockene Stücke kommen in einen luftdicht verschlossenen Behälter und werden dunkel sowie trocken gelagert. Bleiben die Scheiben etwas weicher, eignen sie sich später als Zugabe für Suppen und Eintöpfe. Sehr dünn und vollständig durchgetrocknet könnt ihr sie mit leckeren Gewürzen wie Chips wegknuspern.
Warum Zucchini im Kuchen so überraschend gut funktioniert
Zucchini bestehen zu einem sehr großen Teil aus Wasser und schmecken gleichzeitig ausgesprochen mild. Genau diese Kombination macht sie zu einer echten Geheimzutat beim Backen. Fein geraspelt verteilt sich ihre Feuchtigkeit im Teig und sorgt für eine weiche, saftige Krume. Der typische Gemüsegeschmack tritt dabei weit in den Hintergrund.
Besonders gut passt Zucchini zu kräftigen Aromen wie Kakao, Zimt, Nüssen, Vanille oder Zitrusschale. Die grünen Schalenstückchen können je nach Feinheit noch sichtbar sein. Mögt ihr das nicht, könnt ihr die Zucchini vor dem Raspeln schälen. Bei jungen Exemplaren ist das aber meist nicht notwendig.
Gerade große Garten-Zucchini eignen sich gut für Kuchen und süße Brote. Entfernt bei ihnen vorher die harten Kerne und das schwammige Innere. Anschließend wird das feste Fruchtfleisch fein geraspelt.
Wichtig ist nur: Zucchini ist kein beliebiger Ersatz für Butter, Eier oder andere Flüssigkeiten. Die Mengenverhältnisse eines Backrezepts sind aufeinander abgestimmt. Gebt deshalb nicht einfach zusätzliche Raspel in einen normalen Rührkuchen, sondern verwendet ein Rezept, in dem die Zucchini bereits eingeplant ist.
Unsere Küchenhelfer für die grüne Saison
Wenn viele Zucchini gleichzeitig verarbeitet werden wollen, darf die Technik gern ein bisschen mitschnippeln.
Mit dem WunderSlicer entstehen gleichmäßige feine oder grobe Scheiben und Raspel. Das ist besonders praktisch für Aufläufe, Puffer, Kuchen und größere Vorratsaktionen. Der WunderZoodler erweitert den WunderSlicer um verschiedene Spiralklingen und verwandelt feste Zucchini in dünne Spaghetti oder breite Bänder.
Für Ofengemüse, gefüllte Zucchini und knusprige Gemüsechips ist unser Lieblingsblech für uns die perfekte Wahl. Dank der gleichmäßigen Hitzeverteilung und der direkten Auflage ohne Backpapier entwickeln sie herrliche Röstaromen.
Beim Würzen lieben wir es im Sommer unkompliziert. Unsere BIO Italienischen Kräuter passen zu Ofenzucchini, Tomatensaucen, Füllungen und mediterranen Pfannengerichten. Das BIO Zitronensalz bringt besonders bei gegrillten oder gebratenen Zucchini einen frischen Akzent mit.
Unsere liebsten Zucchini-Rezepte
Salate und kalte Küche
Zucchiniröllchen mit Spinat-Ricotta-Füllung
Snacks und kleine Gerichte
Pasta und Zoodles
Zucchini-Zitronen-Pasta mit Knoblauchbrösel
Aufläufe und Ofengerichte
Zucchini Rollatini | Zucchini Lasagne
Meatloaf | amerikanischer Hackbraten mit BBQ Sauce
Grillgerichte
Hähnchen-Gemüse-Spieße mit Basmatireis
Suppen und Eintöpfe
Würzen und Vorrat
Zucchini sind einfach wunderbar vielfältig: Heute geröstet, morgen geraspelt, übermorgen im Kuchen und ein paar Portionen warten schon im Tiefkühler.
Und sollte die Ernte trotzdem schneller wachsen als eure Ideen: Die Nachbarn freuen sich bestimmt über einen kleinen grünen Gruß aus dem Garten.
Alles Liebe,
Manu und Joëlle