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Umami: Der Geschmacks-Booster

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Hallo ihr Lieben,

kennt ihr dieses Gefühl, wenn ein Gericht einfach nur mega schmeckt? Wenn der erste Bissen einen kurz innehalten lässt, weil man einfach denkt: Wow! So viel Tiefe, so viel Aroma – ohne dass man genau sagen könnte, woher es kommt. Man möchte am liebsten gleich noch einen Löffel nehmen und dann noch einen … Wir verraten euch, das Geheimnis dahinter: Umami.

Der 5. Geschmack – und seine Geschichte

Lange war die Sache klar: süß, sauer, salzig, bitter – vier Grundgeschmäcker, Ende der Diskussion. Dann kam der japanische Chemiker Kikunae Ikeda und warf 1908 alles über den Haufen. Er bemerkte, dass Kombu-Algen in der traditionellen Dashi-Brühe etwas entfalteten, das sich mit keinem der vier bekannten Grundgeschmäcker beschreiben ließ. Er isolierte die verantwortliche Verbindung – Glutaminsäure – und gab ihr einen Namen: Umami. Auf Japanisch so viel wie „wohlschmeckend“ oder „angenehm herzhaft“. Die Wissenschaft brauchte allerdings noch ein paar Jahrzehnte, um nachzuziehen. Erst seit den 1980er-Jahren setzte sich Umami international als eigenständiger Grundgeschmack durch.

Was er im Mund bewirkt, lässt sich schwer in Worte fassen. Er hat keine dominante Note wie Salz oder Zucker. Umami sorgt dafür, dass sich ein Geschmack ausbreitet, länger bleibt, voller wirkt – er macht quasi das ganze Gericht größer. Der Grund dafür sind drei Verbindungen, die in vielen Lebensmitteln natürlich vorkommen: Glutamat, Inosinat und Guanylat. Und das Beste an ihnen ist, dass sie sich gegenseitig sogar noch verstärken.

Warum manche Dinge so unglaublich gut schmecken

Umami entsteht überall dort, wo Proteine abgebaut werden – beim Reifen, Fermentieren, Trocknen oder langem Kochen. Dabei entstehen freie Aminosäuren, allen voran Glutamat, die dem Lebensmittel Tiefe geben.

Ein gereifter Parmesan schmeckt deshalb intensiver als junger Käse. Langsam geschmortes Fleisch hat mehr Charakter als schnell gebratenes. Getrocknete Tomaten eine ganz andere Kraft als frische. Im Grunde ist Reifung nichts anderes als Umami in Zeitlupe.

Auch die Temperatur spielt eine wichtige Rolle. Umami entfaltet sich am besten bei Wärme, weshalb warme Gerichte meist viel intensiver schmecken als kalte.

Dazu kommt, dass Glutamat, Inosinat und Guanylat sich gegenseitig noch verstärken. Parmesan und Fleisch in einem Ragù arbeiten geschmacklich zusammen, weshalb eine Bolognese mit geriebenem Käse obendrauf nochmal eine ganz andere Wucht bekommt.

Und dann noch dieser eine Fakt, der alles erklären könnte: Muttermilch enthält von Natur aus Glutamat. Wir sind also buchstäblich darauf konditioniert, diesen Geschmack zu lieben.

Ist Glutamat wirklich so problematisch, wie viele denken?

Natürliches Glutamat, also die Aminosäure in Parmesan, Tomaten und Pilzen, ist chemisch gesehen identisch mit industriell hergestelltem Mononatriumglutamat (MSG). Der Körper macht da keinen Unterschied. Das „Chinese Restaurant Syndrome“, das MSG jahrzehntelang in Verruf brachte, gilt wissenschaftlich heute als nicht belegt. Wer trotzdem lieber den natürlichen Weg geht – kein Problem!

Die großen Umami-Lieferanten in der Küche

Umami ist kein exotisches Spezialprodukt. Er steckt in Zutaten, die viele von uns schon lange lieben – oft ohne zu wissen, warum eigentlich genau.

Parmesan und gereifter Käse
Parmigiano Reggiano gehört zu den umami-reichsten Lebensmitteln überhaupt. Schon ein paar Gramm über ein Risotto, eine Suppe oder einen Salat verändert das Gesamtbild spürbar. Aber auch älterer Gouda, Pecorino oder Comté bringen ordentlich Tiefe mit.

Tomatenmark und getrocknete Tomaten
Frische Tomaten haben bereits Glutamat. Werden sie erhitzt, konzentriert, getrocknet oder zu Mark verarbeitet, steigt der Umami-Gehalt drastisch. Ein Esslöffel Tomatenmark kurz mitgeröstet ist einer der besten Geschmacksverstärker.

Sojasauce und Miso sind fermentierte Kraftpakete. Miso lässt sich wunderbar in Butter, Marinaden oder Dressings einrühren. Und Sojasauce ist nicht nur was für die Wok-Küche – ein Spritzer in einer Sauce macht sie direkt runder.

Pilze – besonders getrocknet
Shiitake, Steinpilze und Morcheln sind Umami in konzentriertester Form. Das Einweichwasser bitte nie wegschütten: das ist pures flüssiges Aroma. Auch frische Pilze enthalten Glutamat, aber durch das Trocknen konzentriert es sich erheblich.

Fischsauce und Worcestershire
Wer bei der Worcestershire-Flasche die Zutatenliste liest, findet Sardellen, Malzessig, Tamarinde – ein kleines Fermentations-Ensemble. Sparsam eingesetzt, heben beide herzhafte Gerichte auf ein neues Niveau.

Sardellen und Anchovis
Klingt nach Pizzabelag, ist aber viel mehr. In Butter aufgelöst, als Geschmacksbasis für Saucen oder in Schmorgerichten verwendet, lösen sich Sardellen komplett auf und hinterlassen nichts als Tiefe.

Reife Tomaten, Erbsen, Mais und Brokkoli
Selbst in der pflanzlichen Küche findet sich Umami. Frisch geernteter Mais, reife Sommertomaten und Brokkoli enthalten von Natur aus Glutamat.

Umami in der Küche bewusst einsetzen

Es braucht keine Profi-Ausrüstung und keine Geheimzutaten. Nur ein bisschen Bewusstsein dafür, wann und wie man Geschmack aufbaut.

Früh ansetzen
Tomatenmark nicht einfach in die Sauce rühren, sondern erst ein bis zwei Minuten im Topf anrösten, bis es leicht dunkel wird. Dieser eine Schritt macht einen spürbaren Unterschied. Gleiches gilt für Pilze: erst scharf anbraten, dann weiterverarbeiten.

Parmesanrinde verwenden
Rinde im Eintopf, in der Suppe oder im Risotto mitköcheln lassen und vor dem Servieren rausnehmen. Wichtig: Nur die harte Außenrinde verwenden, keine behandelte oder gewachste – also am besten immer zum echten Parmesan greifen.

Miso in der Marinade
Ein Esslöffel helles Miso in eine Butter- oder Öl-Marinade gerührt – für Fleisch, Fisch oder Gemüse. Das Ergebnis braucht ihr danach kaum noch Nachwürzen.

Besser im Teamwork
Fleisch plus Pilze plus etwas Worcestershire? Kein Zuviel, sondern Methode. Profiköche bauen Geschmack immer in Schichten auf. Zwei oder drei Umami-Quellen im selben Gericht verstärken sich gegenseitig.

Weniger Salz, mehr Geschmack
Umami-reiche Zutaten machen ein Gericht vollständig, ohne dass Salz die Hauptarbeit leisten muss. Wer das einmal ausprobiert, greift automatisch seltener zum Salzstreuer.

Was Omas Küche schon immer wusste
Immer mit Knochen kochen, Saucen lange einreduzieren, Brühen stundenlang ziehen lassen – das klingt nach Tradition, ist aber im Kern pure Umami-Optimierung. Je länger gekocht und reduziert wird, desto mehr freie Aminosäuren entstehen und desto tiefer wird der Geschmack.

Säure nicht vergessen
Das ist vielleicht der wichtigste Tipp: Umami braucht einen Gegenpol. Ein Spritzer Zitrone, ein Schuss Weißwein oder ein guter Essig am Ende hebt alles nochmal an. Ohne Säure kann ein umami-reiches Gericht schnell schwer wirken. Mit ihr schmeckt es lebendig.

food with love Shopping Tipp: Wer Umami nicht erst zusammenpuzzeln möchte, kann auch direkt zugreifen: Unser Umami Gewürz vereint Paprika, Tomatenchips, Röstzwiebeln, Sellerie, Knoblauch und Liebstöckel zu einer rauchig-würzigen Mischung – ganz ohne künstliche Zusätze oder Geschmacksverstärker. Einfach über Suppen, Saucen, Aufläufe oder fertige Gerichte streuen.

Unsere 7 liebsten Umami-Rezepte

Wer einmal verstanden hat, was Umami ausmacht, kann ihn auch in konzentriertester Form selbst herstellen. Unsere Umami-Paste ist im Grunde eine Sammlung aller großen Umami-Lieferanten in einem Glas: Umami Paste 

Ofengulasch | superzart und aromatisch 

Boeuf Bourguignon 

Bolognese a la casa Fanelli

Steinpilz-Risotto 

Caesar Salad 

Ofengeröstete Tomatensuppe | Aromazauber pur 

Fangt am besten erstmal klein an: Tomatenmark anrösten, eine Parmesanrinde in die Suppe, ein Spritzer Sojasauce in die Sauce. Ihr werdet den Unterschied sofort schmecken. Und jetzt ran an den Herd – es gibt einiges auszuprobieren.

Alles Liebe,
Manu und Joëlle

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